|
Nappaleder naturbelassen (Anilinleder)
Anilinleder sind mit Anilinfarbstoffen im Bad durchgefärbte Leder. Es handelt sich um offenporige Glattleder ohne Pigmentschicht (Farbschicht) auf der Oberseite, die noch die natürliche Beschaffenheit des Hautmaterials erkennen lassen und als sehr teuer und wertvoll gelten.
Bei Anilinleder bleibt die Oberflächenstruktur des Leders komplett sichtbar, daher kommen nur absolut makellose Häute in Frage. Nicht in Frage kommen Leder mit Gabelstichen, Zeckenbissen, Dornenrissen oder Hornstößen, die in den Hauptflächen der Lederhaut störend hervortreten.
Ein auf der Oberfläche verriebener Wassertropfen dringt in das Glattleder ein und dunkelt den feuchten Bereich, da die Poren des Leders nicht versiegelt sind. Anilinleder sind daher sehr anfällig gegen Anschmutzungen und Fetteinschlag, ebenso wie gegen Ausbleichungen durch Sonnenlicht. In der Hand fühlen sich Anilinleder wachsig an und sind von der Optik her seidenmatt oder matt.
|
|
|
|
Nappaleder pigmentiert (Gedektes Leder)
Um das Leder strapazierfähiger, unempfindlich gegen Flecken und dauerhaft wasserabweisend zu machen, wird auf mit Anilinfarben schon vorgefärbte Glattleder noch eine auf Pigmente und Bindemittel basierende deckende Farbschicht aufgetragen. Diese Farbschicht nennt man auch Kopffärbung, Zurichtung oder Pigmentierung.
Glatte Motorradleder, aber auch viele Freizeitjacken, Schuhe, Auto-, Möbelleder und Taschen aus Glattleder haben diese zusätzliche Farbschicht. Auf diese Farbschicht wird dann noch der Top Coat, eine Art Klarlack, aufgetragen. Der Top Coat schützt die Farbe vor Abrieb und Abfärbung und bestimmt den Glanzgrad und den Griff, ohne die Lederoberfläche zu verschließen. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht nicht ins Leder ein, sondern perlt ab.
|
![]() |
|
|
Semianilinleder
sind Leder, welche unter Mitverwendung geringer Mengen von Pigmentfarbstoffen anilin-gefärbt sind (die Färbung deckt etwa zur Hälfte). Dabei soll das natürliche Narbenbild nicht verdeckt werden.
|
![]() |
|
| Rauleder (Nubuk/Velour)
Narbenseitig geschliffenes Rauleder wird als Nubuk bezeichnet. Nubukleder sind in der Oberfläche geschliffene Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche. Nubukleder haben einen sehr feinen Flor. Die Vorteile sind ein angenehm warmer Griff und eine schöne Struktur. Der Nachteil ist die Empfindlichkeit. Rauleder wird mit der Zeit glänzend und speckig, es kommt leichter zu Flecken, und es bleicht schneller aus.
Rauleder aus dem Fleischspalt nennt sich Velourleder und haben einen stärkeren Flor; wie die Rückseite eines Leders.
|
![]() |
|
|
PU-Leder
Unter PU-Leder versteht man ein Leder oder Kunstleder in meist bräunlichen, rötlichen oder schwarzen Farben, das eine glänzende Oberfläche und eine Antikoptik aufweist. Es wird unter anderem als „Bycast Leder“, „Leder Fräsig“, PU-Leder oder (fälschlicherweise) als Leder mit „Pull Up Optik“ oder "Pull-Up-Leder" verkauft (Pull-Up-Leder im eigentlichen Sinn bezeichnet eine Art von Fettleder). Es handelt sich dabei um durchgefärbte Rinds-Spaltleder mit geprägter und gefärbter Oberfläche. Die Beschichtung der Oberfläche ist i.d.R. aus 100% Polyurethan. Auch die Kunstleder sind in der Oberfläche 100% Polyurethan.
Vorteil dieser PU-Leder ist der Preis. Spaltleder sind preiswert, aber i. d. R. nicht besonders haltbar. Durch die Polyurethanbeschichtung erreicht das Leder die notwendige Stabilität. Der Nachteil ist die fehlende Atmungsaktivität. Durch die starke Beschichtung sind die Leder „kälter“ als unbeschichtete Leder und kleben eher an der Haut.
|
![]() |
Drucken